Leerheit von Gedanken

Im Prajnaparamitahrdaya-Sutra gibt es eine oft zitierte Passage:

[..] Form ist nicht verschieden von Leerheit und Leerheit ist nicht verschieden von Form.

Intellektuell ist dies nicht so leicht zu verstehen und meiner Meinung nach auch sinnlos. Es geht vielmehr um eine existenzielle Erfahrung, um diese Worte nachvollziehen zu können. Ich möchte es wagen, einen Bogen damit auf das Thema Gedanken zu spannen.

Gedanken, Vorstellungen sind an sich leer, ohne Substanz. Sie haben keinen Wert. Nur die Sinngebung, die Zuschreibung eines Wertes geben ihnen Wichtigkeit oder Bedeutung.

Gedanken sind vielmehr wie Wolken, sie kommen und gehen, wenn an ihnen nicht angehaftet wird. So können Gedanken aufsteigen wie „Habe ich die Tür zuhause abgeschlossen?“. Gedanken sind wie Gäste, wird ihnen keinw Aufmerksamkeit geschenkt, verlassen sie das Haus wieder. Schenken wir ihnen jedoch Aufmerksamkeit, unterhalten wir sie, spinnen sie sich weiter „…was, wenn die Tür nicht abgeschlossen ist? Vielleicht kommt ein Dieb herein…?“. Aus den Gedanken werden kleine Welten unserer Vorstellungen. Wir leiden, weil sich unsere Vorstellungen „vor die Realität stellen“. Wir fokussieren uns auf die Fantasien, verlieren.aber den Blick für das was ist.

Wir sollten Gedanken als das betrachten was sie sind: Wolken am Himmel, leere Erscheinungen die kommen und gehen. Im dem Beiapiel mit der Tür waren wir zu dem Zeotpunlt, als wir das Haus verlassen haben, offensichtlich nicht bei der Sache, sonst wüssten wir, ob die Tür abgeschlossen ist oder nicht. Es bringt nichts darüber zu grübeln. Wir könnten zurückgehen und nachschauen, aber das „was wäre, wenn“ ist nicht hilfreich.

Das selbe gilt für Gefühle, Emotionen: Alles kommt und geht wie Gedanken früher oder später. Es gibt keine wirkliche Bedeutung. Nichts was wir tun hat eine Bedeutung, ausser der die wir dem die wir hineinprojezieren, ein Glauben. Das ist der Grund, warum wir an den Sachen anhaften, warum wir die Dinge nicht loslassen können – weil wir glauben, sie hätten einen wirklichen Wert. Wir glauben sie erfüllen uns, machen uns zu jemanden. Wir identifizieren uns damit, egal ob es der Wunsch mach Erleuchtung ist, ein neuer Partner, Statussymbole.. Darum leiden wir, weil wir Anhaften, das ist das Geistesgift der Gier.

Es sind nur Wolken. Sie kommen und gehen. Wir leiden, weil wir sie festhalten wollen. Aber sie sind von Natur aus leere Erscheinungen.

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