Shikantaza / Zazen

Der Schwerpunkt der Praxis im Soto-Zen bildet Shikantaza, eine Form der Sitzmeditation (Zazen).

Der Begründer der Soto-Schule, Dogen Zenji, beschreibt im Shobogenzo wie diese Form des Zazen praktiziert wird.

Essentiell ist eine Harmonie zwischen den drei Elementen Körper, Atem und Geist. Wenn sich alle drei im Gleichgewicht befinden, ist das die richtige Form der Übung.

Gesessen wird idealerweise im vollen Lotussitz, der halbe Lotussitz oder der Burmesische Sitz sind auch möglich. Wir sitzen auf dem vorderen Teil eines Zafu, dem Meditationskissen. Die Knie sollten auf dem Boden aufliegen und den Körper stabilisieren. Die Wirbelsäule sollte gerade aufgerichtet sein, Schultern entspannt. Das Kinn wird leicht nach hinten gezogen, so als ob der Kopf am Scheitel an einem Faden hängt. Die Muskeln sind entspannt, dennoch ruhen wir stabil in einer unbeweglichen Haltung. Die Hände liegen vor dem Bauch als kosmisches Mudra gefaltet, die Daumen berühren sich leicht. Empfohlen wird vor der Meditation ein leichtes, kleinerwerdendes Pendeln auf dem Zafu, um eine bestmögliche Haltung zu erreichen und die Muskulatur zu entspannen.

Wir sitzen mit dem Gesicht gegen die Wand gerichtet, etwa einen Meter davor, den Blick mit halboffenen Augen in einen 45-grad Winkel auf den Boden gerichtet, ohne einen speziellen Punkt zu fokussieren.

Für Zazen wird eine ruhige Bauchatmung, ein entspannt-tiefer Atem ins Hara, welcher jedoch nicht künstlich beeinflusst werden sollte, angestrebt. Es wird ausschließlich durch die Nase geatmet. Es hilft, vor der Meditation einmal tief durch den Mund ein- und auszuatmen.

Wenn die Körperhaltung und der Atem in Harmonie sind, beruhigt sich der Geist in der Regel von selbst.

Wir sitzen, ohne den Fokus auf etwas zu richten. Es geht darum, den Moment voll und ganz zuzulassen. Es geht nur darum zu Sitzen – nicht zu träumen, über etwas nachzudenken oder zu schlafen. Wir sitzen einfach nur in der richtigen Haltung mit unserem ganzen Wesen, absichtslos und ohne Ziel. Es werden Gedanken aufsteigen, welche wie Wolken am Himmel ziehengelassen werden, um wieder zum Sitzen zurückzukehren. Wir interagieren nicht mit Gedanken, versuchen nicht sie willentlich zu beeinflussen. Wir versuchen nicht sie zu unterdrücken, noch ihnen nachzuhängen. Wir sitzen und lassen sie vorbeiziehen um dann wieder zum blauen Himmel zwischen den Wolken zurückzukehren. Wenn wir uns doch einmal in Gedanken verlieren oder anfangen zu träumen, kehren wir zu unserem Atem und der Körperhaltung zurück.

Weiterführende Quellen:

http://antaiji.org/archives/eng/okumura-zazen.shtml

Kosho Uchiyama – Das Leben meistern durch Zazen

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